Neu! Das grosse Erdbeben vom 11. Maerz

Fukushima, Miyagi, Iwate –  Profile der drei vom Erdbeben betroffenen Präfekturen



Fukushima

Die Geschichte von Fukushima als Energieversorger
Diese Präfektur hat schon in der Meiji-Zeit (von 1868-1912) die Rolle eines wichtigen Energie- versorgers für das Industiezentrum Tokyo und das Umland übernommen, bedingt durch ihre günstige Lage, nur etwa 250km entfernt. Sie lieferte fast 100 Jahre lang Steinkohle aus den Joban-Zechen, bis diese wegen Unrentabilität im Jahre 1976 ge- schlossen wurden. Japans größter Staudamm am Tadami-Fluß, der einem See am berühmten Oze- Hochmoor entspringt, erzeugt auch nach dem Ausbau des Dammes im Jahr 2003 560000 kW Energie. Als in den 60er Jahren nach der Atom- energie als modernste und leistungsstärkste Energiequelle gefragt wurde, offerierten die finanz- geschwächten Ortschaften, Okuma und Futaba durch einstimmigen Beschluss im Gemeinderat Tepco den ehemaligen Flugplatz der Marine als Standort für die „AKW-Ginza“ mit 6 Reaktoren.

Miyagi

Hoffnungschimmer aus dem Meer

Die Präfektur Miyagi wurde am schwersten durch den verheerenden Tsunami getroffen. Es gab ca. 9000 Tote und etwa 6000 Vermisste. Gleichzeitig wurde die Infrastruktur von Landwirtschaft und Fischerei stark beschädigt. Besonders die der letztgenannten. Die etwa 10000 Fischer der Präfektur, die mit ihrer Fangquote bisher fast immer den 2. Platz unter allen Präfekturen eingenommen hatten und darauf stolz waren, erleben nach dem Erdbeben ihre größte Krise: alle 142 Fischereihäfen wurden samt Werften und Verarbeitungsfabriken zerstört. Nur 10% aller Fischerboote und -schiffe sind funktionsfähig geblieben. Aber von ihrem ergiebigen Fischfanggebiet, einem der drei größten der Welt, begünstigt, wagen manche Fischer schon den ersten Schritt zum Neuanfang. Am 25. Mai, dem ersten Arbeitstag nach der Katastrophe, konnten die Fischer der Stadt Miyako große Thunfische auf den Markt bringen. Auch ein Teil der in der Präfektur gezüchteten Austernbabys wurden in den weggespülten Zuchtflößen lebend gefunden.

Iwate

In der Präfektur Iwate haben viele Leute ihr Schicksal anscheinend sehr gefasst hingenommen. Hier ist die Heimat großer Politiker und Denker aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Darunter Shinpei Goto, der in drei Monaten nach dem großen Kanto-Erdbeben im Jahre 1923 einen Projektplan für die Wiedergeburt der Metropole Tokyo ausarbeitete und  alles daran setzte, ihn gegen sämtliche Widerstände zu realisieren. Manche Jugendliche, die in der Präfektur aufgewachsen sind, haben vielleicht den Geist dieser Persönlichkeiten geerbt. Ein junger Fischmakler, der nach dem Erdbeben seine Märkte verloren hatte, hat damit begonnen, durch Live-Übertragungen von Fischfangfahrten über Internet, frische Fische direkt an Konsumenten aus ganz Japan zu verkaufen. Er hat schon Erfolg damit und meint, dass die Leute in der Gegend nicht daran denken dürfen, einfach zur Normalität von früher zurückzukehren, sondern sich neue Methoden für die Zukunft einfallen lassen müssen.



 


カテゴリー:未分類 •