Katharina Kepler (1547 – 1622)
Am 07. März diesen Jahres hat die NASA ihre Raumsonde „Kepler“ ins All geschossen. Dreieinhalb Jahre soll diese nun unterwegs sein, um nach Planeten zu suchen, auf denen es Voraussetzungen für Leben geben könnte. Die Raumsonde trägt den Namen des großen Astronomen Johannes Kepler, der die Gesetze der Planetenbewegung entdeckte, die man heute „Keplersche Gesetze“ nennt.Seine Mutter Katharina Kepler ist weniger bekannt und entging im 17. Jahrhundert nur knapp dem Scheiterhaufen, auf dem sie der Leonberger Vogt Lutherus Einhorn nur zu gerne als Hexe verbrannt hätte.
Es war die Zeit an der Schwelle zur Neuzeit. Die Kirche verfolgte erbarmungslos all diejenigen, die sie eines Bündnisses mit dem Teufel bezichtigte. In über 80% der Fälle waren das Frauen, und manch eine von ihnen endete nach qualvoller Folter und einem erzwungenen Schuldeingeständnis auf dem Scheiter-haufen.
Katharina Kepler hatte einen brutalen Säufer zum Ehemann, der eines Tages nicht mehr aus dem Krieg zurückkehrte. So musste sie ihre Kinder allein großziehen und bestritt den Lebensunterhalt mit der Herstellung von Kräutertränken und Salben. Nach einem Streit mit der Glasersfrau Ursula Reinbold, beschuldigte diese Katharina, ihr einen bitteren Trank gegeben zu haben, an dem sie erkrankt sei. 1616 kam es zur Anklage. Als sich die Lage zuspitzte, holte Johannes Kepler seine Mutter zu sich nach Linz. Doch Katharina wollte zurück nach Leonberg. Es sollte ihr zum Verhängnis werden.
