Naturfotograph, Essayist:Michio Hoshino
―Ein Mann, der den Wind auffing―
Er ließ sich mit einem kleinen Cessna-Flugzeug in ein menschenleeres Tundragebiet bringen und wartete dort ganz alleine wochenlang auf das Eintreffen der Wanderung der Karibuherde. Oder verbrachte mehrere Wochen lang im eiskalten Winter in Alaska, der bis unter minus 50 Grad wird, im Zelt im Schnee und wartete ausschließlich auf das Polarlicht und auf den richtigen Moment es aufzunehmen. Ein anderes Mal lebte er mit den Eskimos zur Jahreszeit des Walfangs und erlebte die Freude im Dorf beim Fang und die Zerlegung des Wales nach alten Ritualen. Er reiste einen Monat lang mit einem vollbepackten Kajak durch die Fjorde der Glacier-Bay, umringt von Gletschern, die ins Meer hineinstürzen, Seehunden, Walen, Vögeln, aber keinem Menschen weit und breit.
Seine Bilder wurden in vielen japanischen, aber auch in renommierten ausländischen Zeitschriften wie National Geographic, Geo oder Audubon veröffentlicht. 1990 wurde er mit dem Kimura Ihei-Preis ausgezeichnet. Die Bilder sind alle sehr eindrucksvoll. Man spürt den kalten Wind, der von der Arktis her weht, oder man riecht die Erde, die Pflanzen und die Tiere. Man hört das Keuchen des Elchs und man fühlt durch den Boden das Getrappel der unendlich vielen Karibus, die die weite Tundra durchlaufen.
